"Die Besonderheit"

Die Qualitäten stammen allesamt aus einer Rösterei, was eine Verkostung im Besonderen spannend und abwechslungsreich macht. Es handelt sich bei allen Röstungen um Langzeitröstungen (>20 Minuten).

Durch das schonende Verfahren wird die Chlorogensäure während des Röstprozesses ab-/umgebaut. Diese Säure ist oftmals für die Unverträglichkeit eines Kaffees mitverantwortlich...

 

"Einer für alle"

Die Espresso-Zubereitung wird durch eine Siemens EQ6 erledigt. Auch wenn eine Siebträger-Maschine ein wesentlich besseres Ergebnis liefert, spiegelt meiner Ansicht nach ein Vollautomat die "breite Masse" wider. Gleichzeitig zeigt der Espresso als "Referenz-Zubereitung" sich in seinem vollen Spektrum der geschmacklichen Nuancen.

Der Espresso (zur Verkostung) wird stets der 2. Bezug direkt nach dem ersten sein. Ich möchte unbedingt frisch gemahlene Bohnen genießen. Dies schließt bei einem Vollautomaten jedoch der erste Bezug aus. Leider verbleibt durch die Bauart bedingt eine gewisse Restmenge an Kaffeemehl im Mahlwerk - deshalb diese Vorgehensweise.

Dieses restliche Kaffeemehl nimmt u. a. Luft- und Maschinenfeuchtigkeit auf. Dies erkennt man daran, dass der erste "Kuchen" wesentlich nasser ist als der 2. Bezug. Selbstverständlich hängt diese Tatsache von der Dauer zwischen den Bezügen ab. (Bei meiner Beobachtung lag ca. ein Tag dazwischen)

Natürlich wird dennoch der "erste" Bezug auch genossen.

 

"Bauwollfilter vs. Papierfilter"

Für die Kaffee-Zubereitung verwende ich o. g. Verfahren, welches ich jeweils anmerken werde. Das Mahlen der Bohnen wird unmittelbar vor der Zubereitung erfolgen (< 1 Minute). Zum Einsatz kommt die oben vorgestellte Handmühle Porlex Tall. Die Wassertemperatur wird ca. 90° C betragen.

Die durch den Mahlgrad vorbestimmte Extraktionsdauer wird bei 2 bis 4 Minuten liegen. Die Einstellung der Handmühle verändert sich auf Grund der unterschiedlichen Bohnen. Somit ist gewährleistet, dass annähernd die selben Durchlaufzeiten zustande kommen.

 

Ich freue mich auf viele Kompositionen und länderreine Qualitäten...von mild-weich über ölig-aromatisch bis wuchtig-extraktreich.


Zimbabwe Kowa

Allgemein

Kaffeeanbau seit 1960 - sehr gute Qualitäten (vergleichbar mit Ernten aus ... bspw. Kenia) - Ähnlichkeit zu Kaffees aus Sambia

Anbau nur in höher gelegenen Regionen - Kaffee von sehr hoher Qualität - eher geringer Gesamtertrag im Land

Persönliche Wahrnehmungen

ausgewogen, fein-würzig, zarte Säure, aromatisch, fruchtig-floral, Zitrusnote mit leichter Süße

Getränk

Klare Tasse mit dezent-vollem Körper

(Baumwollfilterung)

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Salvador (Perl)

Allgemeine Kaffee-Infos El Salvador:

"Der Kaffee ist Mittelamerikaner" - weich mit einer dezenten Säure, sauber in der Tasse und einem leichten Körper. Nuancen von Schokolade über vielfältig cremig-süße Noten bis hin zu Trockenfrüchten lassen sich aus einem Salvador-Kaffee erschmecken. Ohne auch nur einen Hauch adstringierend zu sein, bleibt er lange und angenehm am Gaumen. 

Land, Leute und Kaffee:

- Ein Zehntel der Bevölkerung in El Salvador ist heutzutage mit dem Produkt Kaffee beschäftigt.

- Kaffeeanbau seit ca. Mitte 18. Jhdt. 

- Coffea arabica Anbau mit der vorwiegenden Varietät Bourbon

Aroma                        

Karamellartige Noten, schokoladig

Geschmack           

leicht würzig, lieblich-floral

Säure           

mild-lieblich mit einem attraktiven Impuls

Body                           

klare Tasse, mittlerer Körper, maßvoll und sanft

Balance (Aroma, Geschmack, Säure, Body; 0-10) = 7,5

 

Der Salvador Perl zeigt sich in jeder Lage homogen und lässt keine Wünsche für den Genießer offen. Im Besonderen hebt dieser Kaffee sich durch ein lang anhaltendes Mundgefühl hervor. Die Aromen lassen sich lange nachschmecken und verliehen somit einen nachhaltigen Genuss.

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Papua Neu Guinea

Allgemeine Infos Papua Neu Guinea Kaffee:

Anbau seit ca. 1930. Oftmals sind die Plantagen nicht leicht zu bewirtschaften, da die Pflanzungen tief in den Wäldern liegen. Das ist der Grund, weshalb sich meist kleine Farmen (< 60 Bäume) mit der Kaffeebewirtschaftung beschäftigen. Im Hochland wachsen die Coffeapflanzen in Höhen von ca. 1300 - 1800 m. In tiefer gelegenen Regionen finden sich auch einige Canephora Robusta Bepflanzungen. Diese machen im Gesamtanbau des Landes allerdings nur ca. 5% aus.

Die meisten Sorten in Papua Neu Guinea werden biologisch angebaut, nicht zuletzt weil der Transport sich in die entlegenen Plantagen sehr schwierig gestaltet. 

Allgemein weißt der Kaffee eine breit gefächerte Vielfalt auf. Diese äußert sich in floralen Noten bis hin zu Zitrustönen mit wenig Säure und einer sehr guten Ausgewogenheit. 

Der Anteil am Weltmarkt für Papua Neu Guinea bewegt sich < 1%.

 

Aroma

Beeren, Gewürze, Rosinen - insgesamt lieblich

Geschmack

exotisch, zart-seidig mit Anteilen von Edelholz

Säure

Sehr fein-fruchtig wahrnehmbare Säure (fast nicht zu schmecken)

Body

mittlerer Körper, inhaltsreich und durchdringend 

Balance (Aroma, Geschmack, Säure, Body; 0-10) = 8

 

Der Papua Neu Guinea zeigt ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen der ersten Wahrnehmung und dem letzten Spüren des abgekühlten Kaffeegetränks. Er zeichnet sich durch ein durchgehend nuanciertes Mundgefühl aus. Abgekühlt (Körpertemperatur) genossen lassen sich Feinheiten von Haselnüssen herausschmecken.

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Bolivien (Bio)

Allgemeine Infos Bolivien-Kaffee:

Oftmals wird in Bolivien Kaffee auf biologische Art angebaut. Es gibt einige wichtige Anbaugebiete, welche allesamt über sehr gute klimatische Bedingungen verfügen. Die benötigten Höhenlagen, Trockenheiten und auch die feuchten Jahreszeiten fügen sich in einem hervorragenden Verhältnis zusammen. Somit besitzt der bolivianische Kaffee ein hohes Potenzial. Leider sind einige Unwägbarkeiten (Schwierigkeiten bei der Logistik (BOL ist ein Binnenland ohne Hafenzugang), Konkurrenzanbau der Coca-Pflanzen usw.) vorhanden, welche in bedingtem Maße Einfluss auf diesen hochwertigen Kaffee haben. In der Vergangenheit zeigt sich jedoch glücklicherweise eine gewisse "ausgereifte Stabilität", welche nicht nur den Genießer dieser Qualität erfreuen dürfte.

Land, Leute und Kaffee:

Ein beachtlicher Teil der Ernte verbleibt im Land selbst und wird von der einheimischen Bevölkerung getrunken. Somit kommt Bolivien auf einen Weltmarktanteil von < 0,5%. 

Kultiviert man dort zwar seit ca. 1880 Coffea-Pflanzen, beziffert sich der "ernsthafte" Kaffeeanbau dennoch erst ca. ab dem Jahr 1950. Man baut fast ausschließlich Coffea-Arabica an, welche zumeist gewaschen aufbereitet wird.

Allgemein lässt sich bolivianischer Kaffee als harmonisch mit einer schokoladigen und würzigen Note bezeichnen.

 

Aroma

Zitrusfrüchte, Nuancen von Schwarztee

Geschmack

schokoladig (Nougat/Zartbitter), süßlich, lieblich, Hauch von frischer Walderde, Noten von Trockenfrüchten (Gojibeeren)

Säure

fein, mild-lebhaft

Body

gehaltvoll, ausdrucksstark

Balance (Aroma, Geschmack, Säure, Body; 0-10) = 9

Der Bolivien (Bio) zeigt sich fein differenziert in Aroma und Geschmack. Eine klare Empfehlung für Liebhaber und Genießer von einer feinen, nicht aufdringlichen Säure. Auch Freunde des mild-lieblichen Kaffeegenusses kommen bei dieser Qualität voll auf ihre Kosten.

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Guatemala

Allgemeine Info (Foto Mitte):

Die Bohne wurde von mir mit einem einfachen Küchenmesser durchtrennt.

Dieser "Versuch" hat 2 Gründe: Zum einen lässt sich dadurch die homogene Röstung und die Spröde der Bohnen erkennen. In diesem Fall lies sich beides problemlos feststellen, bzw. bewerkstelligen. Die Bohne war ohne Probleme zu teilen und zeigt ein absolut homogenes Röstbild.

Aroma

Noten von Limonen, florale Nuancen, nachhaltig

Geschmack

karamellartig, süßlich mit karamellartigen Ergänzungen

Säure

fein, mild-lebhaft, vielseitig

Body

extraktreich und würzig

Balance (Aroma, Geschmack, Säure, Body; 0-10) = 7 

 

Der Guatemala zeigt sich dem Liebhaber von mittel-kräftigen Kaffees von seiner besten Seite. Ist eine sehr feine Säure bei ca. 60°C noch zu schmecken, verflüchtigt sich diese fast gänzlich bei einer Trinktemperatur von ca. 37°C. Dieser Kaffee lässt abgekühlt keine Wünsche offen und spricht im warmen Zustand Bevorzuger standhafter Qualitäten an. Auch dieser besondere Genuss glänzt mit einer kaum gekannten Nachhaltigkeit.

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Länderkaffee aus Äthiopien, Yirgacheffe (Anbauhöhe: 1800m)

Vorschau

 

 

Länderkaffee aus Kenia - perlbohnige Qualität

 

 

Coffea Canephora var. Robusta aus Indien (gewaschen)

 

 

Länderkaffee aus Indonesien


Espresso-Verkostung

 

Betrachtungspunkte:

Crema - Geruch - Charakter und Geschmack, Säure, Balance und die "3 Schichten"

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Länder-Espresso aus Cuba

Erste Infos...

Crema: feinporig, dicht, haltbar

Geruch: rauchig

Charakter: würzig, nachhaltig

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Panama Bouquete

Crema

haselnussfarbig, sauber geschlossen

Geruch

süßlich, mit Noten von Marzipan

Charakter und Geschmack

vollmundig, samt-weich, cremig, floral-schokoladig

Säure

delikat, mild

Balance

ausbalanciert! Unten in der Tasse (Extrakt aus Wasser, Ölen, Aromen und Säuren) lässt sich eine Süße herausschmecken...

 

Weitere Infos zu den Schichten eines Espresso (von unten nach oben):

...in der folgenden Schicht (optisch kaum wahrnehmbar) sind die flüchtigen Aromastoffe gebunden und darüber befindet sich die Crema, welche das Getränk vor den schnell flüchtigen Aromen schützt.

 

Die Flüssigkeit stellte sich ein wenig "zu dünnflüssig" dar - dies allerdings ist mit Sicherheit der Zubereitungsform geschuldet ist. An dieser Stelle lässt sich der Unterschied zu einer Siebträgermaschine deutlich feststellen.

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Black Africa

Obere Bildreihe:

Der Bezug des Black Africa aus der EQ6. Der Espresso läuft sauber ein und liefert ein sehr anschauliches Bild, welches auf hohe Qualität schließen lässt.

 

Untere Bildreihe (von links nach rechts):

1. Der Espresso direkt nach Bezug

2. ...nach 2 Minuten

3. ...nach 3 Minuten

4. Nach 4 Minuten erfolgte das Eintauchen (kein umrühren) des Löffels. Man erkennt deutlich, dass die Cremà sich fast wieder schließt.

Crema

siehe oben (Fotos)

Geruch

Charakter und Geschmack

Kräftig ohne jede Aufdringlichkeit, vollmundig, harmonisch, florale Noten, samtig

Säure

zart-fein, mild

Balance

absolut ausbalanciert, reich an differenziertem Geschmack

 

Der Black Africa lässt in der VA-Zubereitung "keine Wünsche" offen. Der kräftige Espresso zeigt sich in allen Schichten abgerundet. Vom ersten Wahrnehmen bis zur Nachhaltigkeit umspült der Black Africa genussvoll die Sinne. Eine Empfehlung für VA würde ich aussprechen.

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Espresso-Mischung aus ungewaschenen Sorten - "Solido"

 

 

Espresso-Mischung "Double" ... eine Besonderheit, diese Bohnen wurden zweimal geröstet.

 

 

Espresso-Mischung "Gayo Blue"

 

 

Espresso-Mischung "Brioso"